Debatten zur Zukunft der Mobilität an der TU Berlin im September

Markus Sperl

Es sind bewegte Zeiten für die Mobilität im Jahr 2022. Der Future Mobility Summit 2022 bietet die Gelegenheit, die Situation zu analysieren und neue Konzepte zu diskutieren. Unser Projekt freemove ist auch vertreten.

Preisspiralen, hervorgerufen durch Krieg und anhaltende Spannungen auf den Weltmärkten durch Covid-19, eröffnen gleichzeitig notgedrungen Möglichkeitsfenster für ein Bundesländer und Verkehrsverbünde übergreifendes, einheitliches Ticket für den ÖPNV und den Regionalverkehr. Das auf bestimmten Teilstrecken sprunghaft angestiegene Passagieraufkommen wirft Licht auf eine knappe Personaldecke bei der Bahn, ausbaufähige Infrastruktur und Schwierigkeiten, Verspätungen einzudämmen. Günstige ÖPNV-Tickets, aber eben auch Tankrabatte für den automobilen Individualverkehr bleiben in ihrer Zweckmäßigkeit zur Entlastung von Privathaushalten noch zu evaluieren. Ebenso steht noch die Aufarbeitung des Mobilitätsverhalten über den Verlauf der zwei Jahre Pandemie aus, eine Bewertung der in Teilen mittlerweile verstetigten Reallaborexperimente: komfortable, breite Pop-Up-Radwege in der Hauptstadt, Umwandlung von Parkraum in öffentliche Begegnungsstätten oder Restaurant-Nutzflächen.

Polarisierende Proteste auf Berliner Autobahnen, die entschiedenes, einschneidendes Handeln gegen Klimawandel und für klimaneutrale Mobilität einfordern, stehen einem Sofortprogramm zur Klimazielerreichung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) gegenüber, welches der Gesamtbevölkerung ein möglichst breites Mobilitätsangebot machen möchte.

Gleichzeitig sind in unterschiedlichen Branchen Zukunftskonzepte entstanden, die allerdings noch eines modernen regulatorischen Rahmens bedürfen. Autonomes Fahren nähert sich Entwicklungsstufen, die Marktreife nahekommen. Mobilität soll seamlessly zwischen unterschiedlichen Modi wechseln können (E-Rad, Bahn, E-Carsharing, E-Scooter) - an ermöglichenden Plattformen wird gearbeitet. Viele dieser Innovation bedürfen einer breiten, nutzbaren Datenbasis. Ein wichtiger Schritt hierhin ist der Launch des bundesweiten Mobilitätsdatenraumes Mobilithek, Vision ist ein selbiger für den europäischen Raum.

Der Future Mobility Summit 2022 bietet die Gelegenheit zum Austausch

Schaffung passender gesetzlicher Rahmenbedingungen bedarf einer Austauschplattform wie der des Future Mobility Summit 2022 des Tagesspiegels. Dieser findet Anfang September nun wieder in Präsenz statt - bereits zum 12. mal. Ein Speaker:innenprogramm, welches die unterschiedlichen Akteur:innen im Mobilitätsbereich widerspiegelt, ist bereits angesetzt. Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft werden sich an der TU Berlin zu anstehenden Fragen rund um das Thema annähern, austauschen und Lösungen ausarbeiten. Unter den bestätigen Redner:innen findet sich, neben vielen anderen, bereits der Bundesminister (BMDV) Dr. Volker Wissing, Senatorin Bettina Jarasch (Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz), Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger (Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF) und Christian Hochfeld (Agora Verkehrswende).

Mit freemove (gefördert vom BMBF) wird die Technologiestiftung am Mittwoch, dem 07.09.2022, nachmittags im Programmpunkt Digitalisierung vertreten sein. Prof. Max von Grafenstein vom UdK Career College (Professur Digitale Souveränität) wird dort das Projekt, dessen Ziele und Einblicke in die Fortschritte des Konsortiums vorstellen.

Unsere Arbeit zu datenschutzzentrierten Lösungen für das Sammeln, Verarbeiten und Teilen von Mobilitätsdaten passt bestens in den Programmkontext. Ziele unseres Projektes sind sowohl das Awareness-raising für die besondere Sensibilität im Personenbezug von granularen Mobilitätsdaten als auch das Erforschen praxiskompatibler Lösungen Mobilitätsdaten und deren Erkenntnisse mit politischen Entscheider:innen und der Zivilgesellschaft zu teilen.

In dem Forschungsverbund aus HTW Berlin (Data Science), TU Berlin (Datensicherheit), FU Berlin (Human-Centered Computing), UdK (Digitale Souveränität), dem DLR und der Technologiestiftung ergründen wir unterschiedliche Formen der algorithmischen Datenanonymisierung, entwickeln daraus Handlungsempfehlungen und planen ein Zertifizierungsprogramm. Zusätzlich hierzu arbeiten die Partner:innen aus, wie Nutzer:innen von Diensten, die Mobilitätsdaten erfassen, so transparent informiert werden können, dass sie der Datenspende reflektiert zustimmen können.

Das Team freut sich über die Möglichkeit, das Projekt in diesem Rahmen präsentieren zu dürfen. Sie können sich über diesen Link für die Veranstaltung registrieren.


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